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Über meine Zeit in Brasilien und Portugal und das Portugiesische

Schlagwort: Technik

Duschtechnik

Die Häu­ser hier sind etwas anders gebaut als in Deutsch­land. Ein gro­ßer Unter­schied ist das Feh­len von Warm­was­ser­lei­tun­gen. (Es gibt zwar Häu­ser mit Hei­zun­gen, aber die sind eher sel­ten.)

Das fin­de ich etwas merk­wür­dig, weil es hier durch­aus auch mal sehr kalt im Win­ter wird. Aktu­ell ist es hier 8 Grad und recht win­dig. Drau­ßen lau­fen alle mit Pull­overn und Jacken her­um. Und da die meis­ten Häu­ser kei­ne Hei­zung haben, wer­den die Pull­over auch im Haus ange­las­sen.

Aller­dings ist es hier auch „nur“ eini­ge Wochen so kalt. Und so kalt es auch manch­mal hier ist, erfrie­ren tut hier bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren nie­mand. Im Gegen­satz dazu wäre die Instal­la­ti­on einer Hei­zung sehr, sehr teu­er. Alle Roh­re müss­ten dop­pelt aus­ge­legt und ein Lei­tungs­sys­tem iso­liert wer­den. Eine Hei­zung ist teu­er, nimmt Platz weg und braucht stän­dig eine Ener­gie­quel­le wie Gas oder Öl. Die Abwä­gung der meis­ten Men­schen hier ist wohl, das eine Hei­zung im Kosten‐/Nutzenverhältnis nicht so gut abschnei­det und man sich lie­ber eini­ge Wochen im Jahr dick anzieht.

Nur, was bedeu­tet das für Duschen…? Im Som­mer mag das Duschen mit kal­tem Was­ser ja noch gehen, aber aktu­ell macht das wohl kaum jemand. Die Dusch­köp­fe haben daher hier ein­ge­bau­te Durch­lauf­er­hit­zer (sie­he Arti­kel­bild). Die lus­ti­gen Kabel mit ihrer pro­fes­sio­nel­len Iso­lie­rung (das sieht hier in jeder Dusche unge­fähr gleich aus) igno­rie­ren wir jetzt mal.

Man kann am fest mon­tier­ten Dusch­kopf ein­stel­len, ob man sehr hei­ßes oder kal­tes Was­ser haben will. Die Tem­pe­ra­tur wird dann durch die Was­ser­men­ge regu­liert. Dre­he ich den Hahn wenig auf, wird das weni­ge Was­ser stark erhitzt. Dre­he ich den Was­ser­hahn etwas stär­ker auf, kommt der Durch­lauf­er­hit­zer irgend­wann (gewollt) nicht mehr hin­ter­her und das Was­ser wird „käl­ter“. So kann man durch die Was­ser­men­ge gleich­zei­tig die Tem­pe­ra­tur regu­lie­ren. Höhe­ren Was­ser­druck gibt es dann aber logi­scher­wei­se nur recht kalt.

ID für Menschen: CPF">Die brasilianische ID für Menschen: CPF

Vor kur­zem habe ich per E‐Mail mei­ne bra­si­lia­ni­sche Steu­er­num­mer erhal­ten, die CPF (Cada­s­tro de Pes­s­o­as Físi­cas). Ich darf jetzt legal Jach­ten und Grund­stü­cke in Bra­si­li­en kau­fen.

Ach­ja: und SIM‐Karten.

Die Steu­er­num­mer kann jeder kos­ten­los bean­tra­gen, egal ob Bra­si­lia­ner oder Aus­län­der. Man erhält sie unter ande­rem vor Ort bei Behör­den, eini­gen Ban­ken und  diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen Bra­si­li­ens. Ich habe mei­ne CPF Mit­te Juli im Gene­ral­kon­su­lat von Bra­si­li­en in Frank­furt bean­tragt. Ein klei­nes For­mu­lar aus­fül­len, aus­dru­cken und im Kon­su­lat mit dem Pass vor­zei­gen, kurz war­ten und dann hat man sie auch schon.

Die Steu­er­num­mer ist im Prin­zip eine ID für eine Per­son. Man braucht sie für nicht‐alltägliche Käu­fe, wie eben auch SIM‐Karten (in der Wiki­pe­dia steht etwas mehr dazu). Zwar gab es 2012 eine Geset­zes­än­de­rung, nach­dem zumin­dest für SIM‐Karten auch die Vor­la­ge eines Pas­ses aus­rei­chen soll­te, aber das scheint nicht über­all zu klap­pen. Jeden­falls liest man das immer wie­der (etwa in How to Get a SIM Card For Your iPho­ne in Rio de Janei­ro oder Activa­te SIM cards in Bra­zil). Und da die CPF auch für vie­les ande­re gebraucht wird (etwa für Monats­kar­ten im Nah­ver­kehr oder man­che Fern­bus­fahr­kar­ten, kom­me ich da wahr­schein­lich sowie­so nicht drum­her­um. Und da sie kos­ten­los ist und auch direkt in Frank­furt bean­tragt wer­den kann – war­um nicht.

Jetzt habe ich sie und wer­de mal sehen, ob und wofür ich sie wirk­lich brau­chen wer­de. Ich kann ja zum Spaß mal schau­en, wie hoch die Grund­stücks­prei­se sind; Land hat Bra­si­li­en ja genug…

Nach­trag, 20. August 2016: Nach vier Tagen in Bra­si­li­en kann ich schon mal fest­stel­len, dass es sinn­voll war, mei­ne CPF schon in Deutsch­land bean­tragt zu haben. Ich habe sie für die SIM‐Karte gebraucht und auch für eine Nah­ver­kehrs­kar­te, die ich ohne CPF nicht bekom­men hät­te. Dann hät­te ich jede Fahrt für einen etwas höhe­ren Preis in bar bezah­len müs­sen. Ich wür­de daher jetzt sagen: Wenn man es nicht so weit zum nächs­ten Kon­su­lat oder zur Bot­schaft hat, ist das vor­he­ri­gen Bean­tra­gen sinn­voll. Aber zwin­gend not­wen­dig ist es auch nicht.

© 2011–2018 Andreas Marc Klingler

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