Über meine Zeit in Brasilien und Portugal und das Portugiesische

Kategorie: Aussprache

Palavras foneticamente identicas, parte I

Das Hör­ver­ständ­nis im Por­tu­gie­si­schen ist für Deut­sche auf­grund der vie­len pho­ne­ti­schen Beson­der­hei­ten nicht so ein­fach wie zum Bei­spiel im Spanischen.

Wie bereits in Fon­e­mas. Clas­si­fi­ca­ção das vogais e con­so­nan­tes aus­ge­führt, kön­nen sich Gra­phe­me und Pho­ne­me unter­schei­den; es kann also meh­re­re Wörter/Phrasen geben, die gleich aus­ge­spro­chen wer­den (= glei­che Pho­ne­me), aber anders geschrie­ben wer­den (= ande­re Gra­phe­me) und somit auch eine ande­re Bedeu­tung haben. Für Fremd­spra­chen­ler­ner sind die­se Wör­ter beson­ders fies, weil man aus dem Kon­text schnell erken­nen muss, wel­che Wör­ter sich hin­ter dem Gesag­ten verbergen.

Ein ers­tes Bei­spiel, auf das ich heu­te gesto­ßen bin und des­sen Wör­ter sogar nicht unbe­dingt das aus­drü­cken, was man spon­tan ver­mu­ten wür­de, ist folgendes:

  • a gen­te = nós → „wir“. Es geht dabei nicht, um Drit­te, son­dern um die eige­ne Gruppe. 
    • gen­te → „die Leu­te“. Ohne Arti­kel sind wirk­lich Drit­te gemeint und nicht die eige­ne Gruppe.
  • agen­te → „der Agent“, „der Han­deln­de“, „der Ermit­teln­de“. Die­se Bedeu­tung soll­te sich meis­tens aus dem Kon­text erschlie­ßen lassen.
  • há gen­te → „es gibt Per­so­nen“, „es exis­tie­ren (bestimm­te) Personen“.

Zusätz­lich:

  • as pes­s­oas  → „die Leu­te“. Wie gen­te.

Die Gewöhnung von Vokalverbindungen bei der Aussprache im Deutschen

 

Kürz­lich war ich beim Ler­nen der Aus­spra­che des Wor­tes ciên­cia (Wis­sen­schaft). Ich habe es die ers­ten Minu­ten nicht rich­tig hin­be­kom­men. „Irgend­et­was“ war falsch.

Nach­dem die Per­son, mit der ich die Aus­spra­che geübt habe, vor­ge­schla­gen hat, die Sil­ben über­deut­lich und ein­zeln zu spre­chen, ist mir der Feh­ler auf­ge­fal­len: Zum einen wer­den im Deut­schen Vokal­ver­bin­dun­gen wie ie fast immer zusam­men aus­ge­spro­chen (also „iii“ und nicht „i<pause>e“), und zudem befin­det sich die Zun­ge beim Spre­chen des deut­schen „i„s in einer Posi­ti­on, die das dar­auf fol­gen­de offe­ne e (im Por­tu­gie­si­schen mit ê bezeich­net, da es dort auch das geschlossene/nasale e gibt) sofort zu einem ä macht.

Also: ci-ê-ncia mit dem ê wie im deut­schen eng und nicht etwa „ci-ä-ncia“.

Mit die­ser Erkennt­nis im Hin­ter­kopf konn­te ich mei­ne Aus­spra­che bei vie­len Wör­tern stark ver­bes­sern. Jetzt übe ich etli­che ent­spre­chen­de Wör­ter, um mei­nem Gehirn bzw. mei­nem Mund­raum bei­zu­brin­gen, anein­an­der­fol­gen­de Voka­le klar zu trennen.

© 2011–2021 Andreas Marc Klingler

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