Pünktlichkeit ist in Brasilien kei­ne Tugend. Wie die meis­ten Sekündärtugenden, lei­der.

Im Prinzip ist es hier ge­nauso wie in Spanien: Man ver­ab­re­det si­ch mit ei­ner Gruppe, zum Beispiel um 19 Uhr. Ab 19:30 kom­men die ers­ten. Gegen 21 Uhr sind dann fast al­le am ver­ein­bar­ten Ort und man geht los. Wenn nicht je­mand ei­ne an­de­re Idee hat, was man ma­chen könn­te, und man dann so­fort den vor­he­ri­gen Plan über den Haufen schmeißt. (Es sei denn na­tür­li­ch, man hat schon Eintritt be­zahlt.) Flexibilität über al­les.

Ich ha­be be­reits mehr­fach Leute mit fol­gen­dem scho­cken kön­nen: Ich ma­che öf­ters auch Termine mit Personen, die ich sehr sel­ten se­he, ein hal­bes Jahr im Voraus aus. Wenn der Tag ge­kom­men ist, ge­he ich zu dem ver­ein­bar­ten Ort. Ohne vor­her noch­mal mit der Person zu kom­mu­ni­zie­ren. Und: Die an­de­re Person ist auch da!

Herzstillstand. Groooße Augen. Unfassbar. Übermenschlich.