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Über meine Zeit in Brasilien und Portugal und das Portugiesische

Schlagwort: Phonem

Palavras foneticamente identicas, parte I

Das Hörverständnis im Portugiesischen ist für Deutsche auf­grund der vie­len pho­ne­ti­schen Besonderheiten nicht so ein­fach wie zum Beispiel im Spanischen.

Wie be­reits in Fonemas. Classificação das vo­gais e con­so­nan­tes aus­ge­führt, kön­nen si­ch Grapheme und Phoneme un­ter­schei­den; es kann al­so meh­re­re Wörter/Phrasen ge­ben, die gleich aus­ge­spro­chen wer­den (= glei­che Phoneme), aber an­ders ge­schrie­ben wer­den (= an­de­re Grapheme) und so­mit auch ei­ne an­de­re Bedeutung ha­ben. Für Fremdsprachenlerner sind die­se Wörter be­son­ders fies, weil man aus dem Kontext schnell er­ken­nen muss, wel­che Wörter si­ch hin­ter dem Gesagten ver­ber­gen.

Ein ers­tes Beispiel, auf das ich heu­te ge­sto­ßen bin und des­sen Wörter so­gar nicht un­be­dingt das aus­drü­cken, was man spon­tan ver­mu­ten wür­de, ist fol­gen­des:

  • a gen­te = nós → „wir“. Es geht da­bei nicht, um Dritte, son­dern um die ei­ge­ne Gruppe.
    • gen­te → „die Leute“. Ohne Artikel sind wirk­li­ch Dritte ge­meint und nicht die ei­ge­ne Gruppe.
  • agen­te → „der Agent“, „der Handelnde“, „der Ermittelnde“. Diese Bedeutung soll­te si­ch meis­tens aus dem Kontext er­schlie­ßen las­sen.
  • há gen­te → „es gibt Personen“, „es exis­tie­ren (be­stimm­te) Personen“.

Zusätzlich:

  • as pes­soas  → „die Leute“. Wie gen­te.

Sílabas

Ein Phonem oder ei­ne Gruppe von Phonemen, die in ei­nem Atemzug ge­mein­sam aus­ge­spro­chen wer­den, bil­det bzw. bil­den ei­ne Silbe. Unterschieden wird nach Anzahl der Silben ei­nes Wortes:

  • mo­nos­sí­la­bas: ein Wort, dass aus ei­ner Silbe be­steht (z.B. mãe)
  • dis­sí­la­bas: ein Wort, dass aus zwei Silben be­steht (z.B. ca-fé)
  • tris­sí­la­bas: ein Wort, dass aus drei Silben be­steht (z.B. a-mi-go)
  • po­lis­sí­la­bas: ein Wort, dass aus vier oder mehr Silben be­steht (z.B. li-te-ra-tu-ra)

Classificação dos fonemas

Phoneme wer­den in fol­gen­de Gruppen ein­klas­si­fi­ziert:

  • Vogais: Phoneme, die aus ei­nem Vokal be­stehen (pé). Sie wer­den in fol­gen­den Fällen na­sal aus­ge­spro­chen, an­sons­ten oral (of­fen):
    • Dem Vokal folgt ein m oder n.
    • Der Vokal ist durch ei­ne Tilde (~) mar­kiert.
  • Semivogais: Phoneme, die aus meh­re­ren Vokalen be­stehen, bei de­nen aber nur ei­ner do­mi­nant aus­ge­spro­chen wird (bei /pa-pai/ ist das a do­mi­nant; es heißt nicht /pa-pa-i/).
  • Consoantes: Phoneme, die durch Konsonanten re­prä­sen­tiert wer­den.

Fonemas. Classificação das vogais e consonantes

Ein Phonem ist ein mi­ni­ma­les akus­ti­sches Element, dass die Bedeutung ei­nes Wortes an­gibt. Beispiele da­für sind:

  • rua ./. lua (Straße ./. Mond)
  • dedo ./. dado (Finger ./. Würfel)
  • mata ./. pata (Wald ./. Pfote)

Mit pho­ne­ti­schen Änderungen in Wörtern kann man als Dichter schön spie­len. Betrachten wir uns fol­gen­de schö­ne Serenate von Cassiano Ricardo:

Lua
mor­ta
Rua
tor­ta
Tua
por­ta

Phoneme dür­fen nicht mit Buchstaben ver­wech­selt wer­den, durch die sie aus­ge­drückt wer­den. Ein Phonem ist ein Laut, wäh­rend ein Buchstabe ein gra­phi­sches Zeichen ist. Mehrere Buchstaben kön­nen ein Graphem bil­den, al­so die kleins­ten be­deu­tungs­un­ter­schei­de­nen Buchstabenkombinationen ei­ner Sprache. Wörter kön­nen ei­ne un­ter­schied­li­che Anzahl von Buchstaben und Phonemen ha­ben, zum Beispiel:

WortPhonemBuchstaben
ho­ra3 (o-r-a)4
ho­je3 (o-j-e)4
ho­mem4 (ho-m-e-m)5
can­to4 (ca-n-t-o)5
tem­po4 (te-m-p-o)5
cam­po4 (ca-m-p-o)5
sótão4 (s-o-t-ão)5
di­menção5 (di-me-n-ç-ão)8

Bestimmte Phoneme kön­nen durch meh­re­re Grapheme aus­ge­drückt wer­den. Zum Beispiel kann im Portugiesischen das Phonem /s/ (wie in nass; nicht wie in Sahne) re­prä­sen­tiert wer­den durch ein S (wie in pensar), C (cedo) (die­se bei­den sind et­was wei­cher), ein Ç (preço), SS (passo), u.a.

(Randbemerkung: Schöner Spruch zum Üben: pas­so á pas­so (Schritt für Schritt).

Bestimmte Buchstaben kön­nen meh­re­re Phoneme auf ein­mal re­prä­sen­tie­ren. Zum Beispiel kann (kann!) der Buchstabe X zwei Phoneme re­prä­sen­tie­ren, wie in taxi = /táksi/. Das ist aber ein Fremdwort und eher die Ausnahme. (Normalerweise spricht man das X wie in pexe = /pe-sch-e/ aus.)

Einige Buchstaben re­prä­sen­tie­ren kein Phonem (wie zum Beispiel /h/) und wer­den al­so nicht aus­ge­spro­chen. Sie die­nen je­doch zur schrift­li­chen Unterscheidung von Wörtern (wie in à != há != a [hier­bei wird à und há gleich aus­ge­spro­chen]). Sie kön­nen auch ei­ne be­son­de­re Aussprache an­zei­gen. Zum Beispiel zei­gen die Buchstaben m und n in­ner­halb von Wörtern an, dass ein vor­an­ge­gan­ge­ner Vokal na­sal aus­ge­spro­chen wird (campo, tempo, canto, usw.)

© 2011–2017 Andreas Marc Klingler

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